Vom Spagat zwischen Integration und dem eigenen Ich

Bactrim for kidney infection treatment
Efficacy of generic paxil Menschen Sinequan generic name aus anderen LAi??ndern in unsere Gesellschaft zu integrieren ai??i?? eine gewaltige Aufgabe, nicht erst seit der Flüchtlingskrise. Der Workshop ai??zDifferent Togetherai??? bringt Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zusammen und gibt ihnen Raum, eine eigene IdentitAi??t zu entwickeln.

Ein spanischer Stier im blutroten Sonnenuntergang, ein schwarz-rot-gold-gestreiftes Kleid, die bosnische Lilie, ein rosafarbenes Kopftuch. So unterschiedlich die Motive, so gleich der Rahmen: Mit Buntstift und Acryl haben Osnabrücker Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund 14 russische Matryoshka-Figuren gestaltet. Sie stehen für eine dringende Frage: ai??zWie ist eure IdentitAi??t in Deutschland, dem Rahmen, der für alle gleich ist?ai???

ai??zDie eigene IdentitAi??t zu finden ist bei den Jugendlichen ein ganz groAYes, schweres Themaai???, hat Judith Soegtrop-Wendt erkannt. Seit 2013 organisiert sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Dua Zeitun von der Katholischen Landvolk Hochschule Oesede südlich von Osnabrück das interkulturelle Seminar ai??zDifferent Togetherai???. Zwei mal im Jahr kommen dazu Jugendliche unterschiedlicher Herkunft für ein Wochenende zusammen. Die Teilnahme ist kostenlos, das Seminar wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefAi??rdert. Das Ziel: ai??zDie eigene IdentitAi??t stAi??rken”, sagt Soegtrop-Wendt. “Ich fAi??nde es ganz schAi??n, wenn wir das schaffen.”

Um das zu erreichen, setzen die Organisatoren auf eine Mischung aus Dialog und KreativitAi??t. Judith Soegtrop-Wendt lAi??dt für das dreitAi??gige Seminar Gastredner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein. ai??zStarke PersAi??nlichkeiten mit Migrationshintergrundai???, die mit den Jugendlichen ins GesprAi??ch kommen und Diskussionen anregen sollen. Gesprochen wird meist Englisch, bei VerstAi??ndigungsschwierigkeiten hilft Kollegin Dua Zeintun mit ihren Arabisch-Kenntnissen aus.

Der zweite Tag des Seminars ist ganz der Kunst gewidmet. Mal schreiben die Teilnehmer einen eigenen Rap und verarbeiten darin ihre Wünsche nach Freundschaft, Frieden und Akzeptanz, verbunden mit dem Mut-Macher-Refrain: ai??zNur du selbst bestimmst, wo die Reise hingeht.ai???

Ein anderes Mal greifen sie zu den Sprühdosen und gestalten unter Anleitung des Graffiti-Künstlers Rene Turrek ein groAYes Wandbild. ai??zWichtig ist mir dabei immer die Nachhaltigkeitai???, sagt Judith Soegtrop-Wendt, ai??zdie Jugendlichen nehmen jedes Mal etwas mit nach Hause.ai??? So wie zum Beispiel auch die bunten Matryoshka-Figuren.

Das Programm Ai??ffnet den Raum für die existentiellen Probleme der Jugendlichen. Soegtrop-Wendt hAi??rt dann oft SAi??tze wie: ai??zMein Vater schlAi??gt mich, wenn ich zu Hause Deutsch spreche”, “Wie stark kann ich mich integrieren, ohne mein Heimatland, meine Religion zu verraten?”, oder auch: “Selbst wenn ich einen deutschen Pass habe, werde ich mit meiner Hautfarbe nie ein Deutscher sein.ai???

Schon bei der Organisation versucht Judith Soegtrop-Wendt ganz bewusst, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen. Das beginnt schon bei der Zusammenstellung des Essens, geht aber noch viel weiter: So schlafen Jungen und MAi??dchen bei den Seminaren auf getrennten Fluren.

ai??zViele Eltern rufen vorher an und fragen, ob die Unterbringung hier den Konventionen entspricht. Einmal ist ein Elternpaar sogar unangekündigt vorbei gekommen, um das zu kontrollierenai???, erinnert sich Soegtrop-Wendt. Und auch beim Thema Alkohol ist es schon mal zum Konflikt gekommen. ai??zEin deutsches MAi??dchen hatte wAi??hrend des Seminars Geburtstag und hat abends ein paar Bier ausgegeben. Das war für einen unserer jungen Muslime gar nicht so einfach.ai???

Doch gerade aus solchen Situationen lernen die Teilnehmer von ai??zDifferent Togetherai??? am meisten, findet Judith Soegtrop-Wendt: ai??zDas deutsche MAi??dchen wollte mit ihrem Verhalten sicher keine solche Provokation auslAi??sen. Und der muslimische Junge muss lernen, das Verhalten anderer zu akzeptieren.ai???Ai?? Kulturtechnik nennt Soegtrop Wendt das – auszuhalten, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt. ai??zDas müssen alle Jugendlichen erst lernen ai??i?? Deutsche, Flüchtlinge, Migranten.ai???

Das Konzept kommt gut an. Die Anzahl der Teilnehmer bei den Seminaren steigt stetig, von 14 zu Beginn auf 25 heute. Interessenten gibt es noch weit mehr. Teilnehmerin Jasmin Alschwarib hat dafür eine einfache ErklAi??rung: ai??zDas besondere hier ist, dass man auch über schwierige Themen diskutieren kann und sich danach trotzdem versteht.ai??? Angenommen und gehAi??rt zu werden, diese Erfahrung machen viele Jugendliche bei Different Together das erste Mal. Für Jasmin Alschwarib ein guter Grund wieder zu kommen. Beim nAi??chsten Seminar im April will sie auf jeden Fall wieder dabei sein: ai??zEs ist schon so, wie der Name es sagt. Zusammen sind wir irgendwie anders.ai???

Text verfasst von Louisa Riepe