„Wir sind die gut ausgebildete Generation von morgen, die die Generation von übermorgen unterstützt“

so sehen sich die Berliner Studenten und Schüler der Oberstufe, die in einer Studenteninitiative Kinder und Jugendliche aus örtlichen Kinderheimen ehrenamtlich Nachhilfe geben und ihnen bei ihrer sozialen Weiterentwicklung helfen, um ihre Lebensperspektive zu verbessern.

Seit der Gründung der Studenteninitiative 2008 unterstützen die insgesamt 70 Studenten, junge Berufstätige und Schüler aus der Oberstufe Kinder und Jugendliche aus fünf Berliner KInderheimen. „In Zeiten knapper Öffentlicher Kassen erhalten Kinder oft erst vom Jugendamt bezahlten Nachhilfeunterricht, wenn die Versetzung gefährdet ist“, sagt die Projektkoordinatorin Thordis Kombrink. Aus Sicht der Ehrenamtlichen ist das jedoch viel zu spät, deswegen hat es sich die Initiative zum Ziel gesetzt, jedem Kind, das eine Unterstützung möchte, diese auch zeitnah und individuelle zu geben. Mindestens für eine, meist jedoch zwei Stunden pro Woche treffen sich die Mitglieder mit ihren Schützlingen für Nachhilfeunterricht in ein bis zwei Fächern.

Dabei verbessern sich nicht nur die Schulnoten – aufgrund des geringen Altersunterschiedes gelingt es häufig bereits nach kurzer Zeit, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dies ermöglicht über die reine Nachhilfe hinaus, den Heimkindern eine Lebensperspektive und Chancen aufzuzeigen, die sie vorher für sich ausgeschlossen hatten. Oft verwandeln sich die Nachhilfelehrer in echte Vorbilder für die Heimkinder.

Durch die Nachhilfe haben nicht nur versetzungsgefährdete Kinder den Sprung in die nächste Klasse geschafft; oft konnten die Noten dank der Nachhilfe auch wesentlich gesteigert werden und sogar eine Empfehlung für die nächst höhere Schulform erreicht werden. Über die reine Nachhilfe hinaus entwickelte sich auch in Einzelfällen ein persönliches Verhältnis zwischen den Jugendlichen mit Besuchen in der „Langen Nacht der Wissenschaft“ an der TU Berlin und anderen Ausstellungen.